Zwei Ulmer Künstlerinnen, zwei Perspektiven auf unsere Gegenwart.
Mit „WeBlingBling“ kehren die in Ulm aufgewachsenen Künstlerinnen Joséphine Sagna und Wendoly Monteiro da Costa mit aktuellen Arbeiten in die BEGE Galerien Ulm zurück. Wiblingen bildet den gemeinsamen biografischen Ausgangspunkt für zwei künstlerische Perspektiven auf unsere Gegenwart.

- Zwei Ulmer Biografien, zwei eigenständige Bildsprachen: Die Duo-Ausstellung bringt expressive figurative Mixed-Media-Kunst und abstrakte Reliefarbeiten zwischen Malerei und Skulptur in einen räumlichen Dialog.
- Ein aktueller Blick auf Sichtbarkeit und Zugehörigkeit: Beide Künstlerinnen übersetzen persönliche Erfahrungen und aktuelle gesellschaftliche Themen in Kunst.
- Preview am 17. September: Beide Künstlerinnen sind anwesend und stehen gemeinsam für Gespräche zur Verfügung.
- Ausstellung vom 18. September bis 17. Oktober 2026: WeBlingBling ist vier Wochen lang in den BEGE Galerien Ulm zu sehen.
- Kulturnacht am 19. September: Zeitgenössische Kunst, RnB und NeoSoul verbinden sich von 17 bis 22 Uhr zu einem gemeinsamen Erlebnis. Wendoly Monteiro da Costa ist anwesend, ein DJ Live-Set von Devin begleitet den Abend mit passenden Rythmen.
Ulm, August 2026
Wer wird gesehen, wer gehört dazu und wer entscheidet darüber?
Mit WeBlingBling greifen Joséphine Sagna und Wendoly Monteiro da Costa Fragen auf, die viele Menschen beschäftigen, die zwischen unterschiedlichen kulturellen Prägungen, gesellschaftlichen Erwartungen und eigenen Erfahrungen aufwachsen.
Beide Künstlerinnen verbindet ihr Aufwachsen in Ulm-Wiblingen. Künstlerisch wählen sie jedoch zwei grundverschiedene Wege: Sagna arbeitet mit Figur, Blick, Farbe und Schrift. Monteiro da Costa übersetzt Erfahrung in Material, Faltung, Relief und Raum.
Ein generationsübergreifendes Eröffnungsprogramm begleitet die Ausstellung und schafft unterschiedliche Zugänge für erfahrene Sammler:innen ebenso wie für ein junges und neues Publikum.
Eine gemeinsame Frage, zwei künstlerische Antworten
Beide Künstlerinnen beginnen bei gesellschaftlichen Erfahrungen und überführen sie in eine unverwechselbare Bildsprache. Bei Sagna erhalten Schwarze Frauen mit ihrer ganzen emotionalen Vielschichtigkeit Raum und Gegenwart. Bei Monteiro da Costa werden unsichtbare Erfahrungen als Schichtung, Widerstand, Tiefe und Veränderung körperlich erfahrbar. Die Ausstellung fordert keine vorgegebene Antwort. Sie lädt dazu ein, die eigenen Wahrnehmungen und erlernten Denkmuster zu hinterfragen und zuzuhören, wenn Betroffene ihre Erfahrungen benennen.
Der Titel WeBlingBling führt die gemeinsame Ausstellung WeBling aus dem Jahr 2024 fort und verweist auf Wiblingen, den Stadtteil, in dem beide Künstlerinnen aufgewachsen sind.
Der gemeinsame biografische Bezug zu Wiblingen öffnet den Blick auf Fragen, die weit über Ulm hinausreichen. Die Arbeiten beider Künstlerinnen wurden bereits deutschlandweit und international gezeigt. Für viele Menschen, die als zweite oder folgende Generation in Familien mit Migrationsgeschichte aufwachsen, ist Zugehörigkeit keine eindeutige Größe. Die Ausstellung macht diese Erfahrung nicht zum Etikett, sondern zum Ausgangspunkt künstlerischer Eigenständigkeit.

Joséphine Sagna: Die Freiheit, alles zu fühlen
Sagnas künstlerische Antwort beginnt bei persönlichen und kollektiven Erfahrungen Schwarzer Frauen sowie weiterer BIPoC (Black, Indigenous and People of Color). Gesellschaftliche Zuschreibungen, transgenerationale Prägungen und gegenwärtige Erfahrungen verdichten sich in ihren Mixed-Media-Arbeiten zu expressiven Bildwelten aus Figur, Farbe, Linie und Schrift. Ihre Protagonistinnen sind keine inszenierten Idealbilder. Sie basieren auf authentischen Motiven, erwidern den Blick und beanspruchen und erlauben Raum für Emotionen, Stärke, Verletzlichkeit, Wut und Freude. Sagna macht Perspektiven und Gefühle erfahrbar, die häufig ungesehen bleiben. Ihre Arbeiten eröffnen einen Raum, in dem man fühlen und sein darf. Sie laden dazu ein, die eigenen Ängste, Erwartungen und erlernten Denkmuster zu hinterfragen. Empowerment bedeutet hier die Freiheit, in der eigenen Vielschichtigkeit sichtbar zu sein.
Wendoly Monteiro da Costa: Wenn Erfahrungen zu Material werden
Im Zentrum ihrer Arbeiten steht die Frage, wie Identität entsteht und sich verändert. Kulturelle Zugehörigkeit, Mutterschaft, Care-Arbeit, Inklusion und gesellschaftliche Teilhabe erscheinen dabei nicht als voneinander getrennte Themen, sondern als Erfahrungen, die einen Menschen prägen und Teil seiner Identität werden. Identität ist in ihren Arbeiten keine feststehende oder sichtbare Größe, sondern entsteht aus Erinnerungen, Emotionen, Beziehungen und Erfahrungen. Im Zusammenspiel von Stoff, Gips und Farbe übersetzt die Künstlerin diese inneren Schichten in Material. Durch Faltung und Verdichtung entstehen reliefartige, beinahe skulpturale Wandarbeiten. Jede Arbeit entwickelt eine eigene Bildidentität, die ohne Figuren oder Worte auskommt und innere Erfahrungen allein durch Farbe, Form und Material erfahrbar werden lässt. Zugleich lädt sie zu der Frage ein: Welche Farbe, Form oder Schichtung würde die eigene Identität annehmen?

Einladung zur Preview
Vertreter:innen der regionalen Presse sind am Donnerstag, 17. September 2026, von 19 bis 21 Uhr zur Pre-Vernissage eingeladen. Beide Künstlerinnen sind anwesend. Die Preview bietet Gelegenheit für Interviews, Aufnahmen in der Ausstellung und Gespräche mit der Galerieleitung. Die Teilnahme erfolgt nach persönlicher Einladung und Anmeldung über den Pressekontakt.
Kunst und Generationen im Gespräch
„Eine Galerie darf ihre Geschichte bewahren und muss zugleich offen für Veränderung bleiben. Nur so bleibt sie über Generationen hinweg lebendig.“
Bernd Geserick, 40 Jahre Galerist und Inhaber der BEGE Galerien
„Für mich bedeutet diese Offenheit, neue Themen, Formate und Menschen in die Galerie einzuladen. Die Kulturnacht schafft dafür ein besonderes Format, weil Kunst, Musik und unterschiedliche Generationen ganz selbstverständlich zusammenkommen.“
Larissa Monteiro da Costa, Gallery Manager
Termine auf einen Blick:
- Presse-Preview / Pre-Vernissage: Donnerstag, 17. September 2026, 19 bis 21 Uhr. Für geladene Gäste und Presse. Beide Künstlerinnen sind anwesend. Anmeldung über den Pressekontakt.
- Vernissage: Freitag, 18. September 2026, 19 bis 21 Uhr. Beide Künstlerinnen sind anwesend.
- Kulturnacht Ulm / Neu-Ulm: Samstag, 19. September 2026, 17 bis 22 Uhr. Mit Wendoly Monteiro da Costa. Ausstellung und Live-DJ-Set mit Devin, RnB und NeoSoul
- Ausstellungsdauer: 18. September bis 17. Oktober 2026
BEGE Galerien Ulm, Galerie am Saumarkt, Fischergasse 34, 89073 Ulm
Mehr Informationen zur AUSSTELLUNG unter:
PRESSEKONTAKT:
BEGE Galerien Ulm
Larissa Monteiro da Costa
Galeriemanagerin
E-Mail: larissa.monteiro@bege-galerien.de
Bildmaterial stellen wir gerne auf Anfrage bereit. Diese ist mit Nennung des Copyrights honorarfrei. © BEGE Galerien.