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Holzskulptur

Armin Göhringer

Der im Schwarzwald geborene Bildhauer Armin Göhringer gehört seit Jahrzehnten zu den etablierten Positionen der zeitgenössischen Holzskulptur. Aus massiven Baumstämmen entwickelt er mit der Kettensäge Skulpturen von überraschender Leichtigkeit, die zwischen Linie, Raum und Bewegung oszillieren. Seine Arbeiten befinden sich in privaten und öffentlichen Sammlungen und werden seit 1998 von den BEGE Galerien vertreten.

Mit der Kettensäge zeichnen
Skulpturen aus einem Stamm

Anders als viele Bildhauer denkt Armin Göhringer seine Arbeiten nicht von der Masse her, sondern von der Linie.
Seine künstlerischen Wurzeln liegen in Grafik und Zeichnung, und bis heute prägt dieses Denken sein gesamtes Werk. Die Kettensäge wird dabei zu einem zeichnerischen Werkzeug. Linien verlaufen durch den Stamm, kreuzen sich, öffnen Räume und führen den Blick des Betrachters durch die Skulptur. Die Kunsthistorikerin Dr. Antje Lechleiter bezeichnete Göhringer deshalb treffend als einen Künstler, der „mit der Kettensäge zeichnet“.

Aus einem massiven Holzblock entstehen so keine geschlossenen Volumen, sondern offene Gefüge. Göhringer interessiert sich weniger für die äußere Form des Stammes als für die Strukturen, die in seinem Inneren verborgen liegen. Durch gezielte Eingriffe legt er Spannungen, Verbindungen und Zwischenräume frei. Das Entfernte wird dabei ebenso wichtig wie das Verbleibende. Seine Skulpturen entstehen aus dem Dialog zwischen Material und Leere, zwischen Verdichtung und Auflösung.

Die Frage nach dem, was sichtbar wird und was verborgen bleibt, gehört zu den Konstanten seiner künstlerischen Arbeit. Viele Skulpturen bewegen sich dabei an der Grenze von Stabilität und Fragilität. Schmale Stege tragen schwere Holzkörper, Linien verbinden voneinander gelöste Elemente. Gerade in diesen Momenten entsteht jene Spannung, die Göhringers Arbeiten unverwechselbar macht. Seine Skulpturen zeigen nicht nur Form, sondern machen Beziehungen sichtbar: zwischen Masse und Leere, Natur und Eingriff, Beständigkeit und Veränderung.

Bildhauer Armin Göhringer

Biografie

Armin Göhringer wurde im Schwarzwald geboren und studierte von 1976 bis 1982 Bildhauerei, Malerei und Grafik an der Hochschule für Gestaltung in Offenbach am Main. Heute lebt und arbeitet er in Zell am Harmersbach.

Seit den 1980er Jahren entwickelt er ein konsequent auf Holz basierendes Werk, das Skulptur, Relief und Zeichnung miteinander verbindet. Seine Arbeiten wurden in zahlreichen Museen, Kunstvereinen und Galerien in Deutschland, Frankreich, Österreich und der Schweiz gezeigt.

Internationale Aufmerksamkeit erhielt Göhringer insbesondere durch seine Teilnahme an der Schweizer Skulpturentriennale Bad RagARTz, bei der er 2018 mit dem 2. Schweizer Skulpturenpreis ausgezeichnet wurde. Seine Arbeiten befinden sich heute in privaten und öffentlichen Sammlungen und werden seit vielen Jahren von Sammlerinnen und Sammlern begleitet, die die Kontinuität und Wiedererkennbarkeit seiner skulpturalen Sprache schätzen.