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Patrizia Casagranda

Die deutsch-italienische Künstlerin Patrizia Casagranda, 1979 in Stuttgart geboren und heute in Krefeld tätig, entwickelt vielschichtige Arbeiten zwischen Urban Art, zeitgenössischer Porträtkunst und skulpturaler Malerei.

Sculptural Dot Paintings zwischen Material und Identität

Patrizia Casagranda verbindet klassische Porträtkunst mit einer unverwechselbaren zeitgenössischen Bildsprache. Ihre großformatigen Arbeiten entstehen in einem komplexen Schichtungsprozess aus Pigmenten, Mörtel, Gips, Textfragmenten und recycelten Materialien, die reliefartige Oberflächen zwischen Malerei und Skulptur erzeugen.

Charakteristisch für ihre Werke ist die markante dreidimensionale Punkterasterung, die an gedruckte Fotografien, urbane Plakatflächen oder digitale Pixelstrukturen erinnert. Casagranda bezeichnet ihre Arbeiten selbst als „Sculptural Dot Paintings“. Bilder, die nicht nur betrachtet, sondern beinahe körperlich erfahren werden können.

Im Zentrum ihrer Werke stehen Frauenfiguren. Ikonen der Kunstgeschichte wie die Mona Lisa oder Frida Kahlo begegnen in ihren Arbeiten ebenso modernen Heldinnen des Alltags. Etwa ukrainischen Soldatinnen oder indischen Müllsammlerinnen. Casagranda verleiht ihnen Sichtbarkeit, Würde und emotionale Präsenz. Ihre Werke erzählen von Stärke, Verletzlichkeit, Identität und gesellschaftlicher Teilhabe.

Besonders prägend ist dabei ihr bewusster Umgang mit Material. Statt klassischer Leinwand verwendet die Künstlerin Kartonagen, Jutesäcke, Stoffe, alte Armeezelte oder Holzplatten als Bildträger. Die sichtbaren Spuren dieser Materialien werden Teil der Erzählung und verleihen den Arbeiten eine außergewöhnliche haptische Tiefe und Authentizität.

Casagrandas Werke verbinden urbane Ästhetik mit humanistischer Haltung. Zwischen Street Art, zeitgenössischer Porträtkunst und skulpturaler Oberfläche entstehen Arbeiten von großer visueller Intensität, die zugleich emotional berühren und gesellschaftliche Fragen reflektieren

Biografie

Patrizia Casagranda entwickelt mit ihren Sculptural Dot Paintings eine eigenständige Position zwischen Malerei und Skulptur. Ihre Arbeiten verbinden klassische Porträttraditionen mit einer zeitgenössischen, reliefartigen Bildsprache. Die charakteristische dreidimensionale Punkterasterung verleiht den Porträts eine ausgeprägte physische Präsenz und erzeugt eine spannungsreiche Oberfläche zwischen Bild und Objekt.

Die bewusste Wahl der Materialien ist integraler Bestandteil des künstlerischen Konzepts. Casagranda arbeitet auf recycelten Bildträgern wie Kartonagen, Jutesäcken oder ausgedienten Armeezelten. Reine Pigmente, eingebunden in eine Mörtel-Gips-Mischung, werden in zahlreichen Schichten aufgetragen und formen reliefartige Oberflächen, die den Prozess des Aufbaus sichtbar machen.

Im Zentrum ihres Werks stehen weibliche Figuren aus Kunstgeschichte und Gegenwart. Casagranda interpretiert ikonische Motive ebenso wie Porträts unbekannter Frauen, darunter indische Müllsammlerinnen oder ukrainische Soldatinnen. Unabhängig von Herkunft oder gesellschaftlicher Rolle erscheinen die Dargestellten als gleichwertige, würdevolle Persönlichkeiten und werden zu Trägerinnen einer universellen, humanistischen Bildaussage.

Casagrandas Werke thematisieren weibliche Präsenz, Identität und gesellschaftliche Sichtbarkeit. Internationale Ausstellungen, darunter Präsentationen im Kontext der Biennale di Venezia, sowie zahlreiche Auszeichnungen haben ihre Position innerhalb der zeitgenössischen Kunst etabliert. Für ihre Arbeiten wurde sie unter anderem zweimal mit dem Lorenzo il Magnifico Award der Biennale Florence ausgezeichnet, 2021 und 2023. Ihre Werke werden zudem 2026 im Jahrbuch des MoMA New York vorgestellt.